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Marc Haunschild |
Dunkle
Tage (Für Erik Neutsch) |
| Blickt man durch einen Trauerschleier | ||
| und sollt es auch ein feiner, seidner sein, | ||
| so gleicht das Leben einer Feier, | ||
| an der man keinen Anteil hat - und bleibt allein. | ||
| Alles wird Dir dann so schwarz verdunkelt, | ||
| als drohe sich ein weitres Unglück an. | ||
| Wenn auch mal ein Stern am Himmel funkelt, | ||
| so unterstellst Du Hohn und Spott ihm dann. | ||
| Jede Freude scheint Dich abzuweisen, | ||
| und alles Laute ist so platt und leer, | ||
| daß Du Dich müde sehnst nach allem Leisen, | ||
| doch alles Leise wieder drückt Dich schwer. | ||
| So wird Dir jedes Tun ein Leiden, | ||
| es führt kein Weg nach vorne, nicht zurück. | ||
| Hinterm Schleier bleiben alle Freuden, | ||
| ihn durchdringt für Dich kein Glück. | ||
| Das heißt: Du mußt nun stumm ertragen, | ||
| was der Kelch des Lebens mit sich bringt, | ||
| daß man nach all den süß durchtränkten Tagen | ||
| ihn noch bis zur bittern Neige trinkt. | ||
| Doch bald beginnt man wieder einzuschenken - | ||
| das Leben ist so reich an starkem Wein - | ||
| und hütet sich daran zu denken: | ||
| das letzte Bittre wird das eigne Sterben sein. |
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Diese Lyrik wurde im April 1999 in die Kehrrichtseiten gestellt. Die letzte Überarbeitung erfolgte am 15.April 1999. Das copyright liegt bei der Autorin/dem Autoren. Fragen und Anregungen in Bezug auf Seitengestaltung und Inhalt können sie auch auch den Herausgeber der Seiten üer email oder auf dem normalen Postweg richten: zauberhaft1@gmx.net oder Kehrricht/A.Büngen, Bachstraße 4, 26197 Großenkneten