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Kehricht Gesellschaft und Literatur im Netz |
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Christian Hoffmann |
Literatur aus Afrika Eine kleine Einführung |
Daß der deutsche Buchmarkt mehr und mehr kommerzialisiert wird, ist kein Geheimnis und so mancher Literaturfreund irrt verschreckt durch die Hallen der modernen Büchersupermärkte, die allerorten aus dem Boden schießen und kleineren, unabhängigen Buchhandlungen das Wasser abgraben. Neben Kochbüchern und esoterischem Schnickschnack sind sogenannte 'Stapeltitel' angesagt, d. h. Bücher, die sich leicht und risikolos an den Mann und die Frau bringen lassen.
Auf dem Belletristiksektor sind das hauptsächlich die zum x-ten Mal aufgelegten Werke klassischer Autoren, die Bestseller der bewährten Trivialschreiber und - von der literarischen Mode, bzw. Literaturübervater Reich-Ranicky diktierte 'Neuentdeckungen', welche kurzzeitig auf den üblichen Bestsellerlisten geführt, von Zeitgeist-Zeitschriften wie Brigitte, Cinema und Amica gepowert werden und möglicherweise sogar ganz nett und lustig sind - sich meistens aber durch eine ziemliche Bedeutungslosigkeit auszeichnen. Wer also auf der Suche nach wirklich Entdeckenswertem durch die Buchläden streift, muß die Augen offen halten, um jene immer kleiner werdenden Nischen nicht zu übersehen, in welche die Bücher von eher unpopulären Autoren, bzw. mit nicht gar so angesagter Thematik, verbannt sind.
Dies bedeutet, daß zahlreiche Autoren von vornherein keine Chance beim deutschen Lesepublikum bekommen; nicht Qualität ist mehr angesagt, sondern einzig und alleine marktwirtschaftliche Kriterien scheinen ausschlaggebend. So hat auch Literatur aus afrikanischen Ländern, wie überhaupt aus Ländern der sogenannten Dritten Welt, einen äußerst schweren Stand bei uns. Selbst die Werke des Nigerianers Wole Soyinka, der 1986 als erster Afrikaner den Nobelpreis für Literatur bekam, sind bei uns niemals zu Bestsellerehren gekommen. "Bücher afrikanischer Autoren kauft bei uns kein Buchhändler ein, um den Umsatz zu fördern. Sie werden in die Regale gestellt, aus einem unbestimmten Gefühl für Gerechtigkeit, vielleicht noch, um Engagement zu zeigen. Der Kreis der 'Kenner' ist so auch klein geblieben, die Anzahl kenntnisreicher Rezensionen in den Medien ebenso..." schreibt der Verlagsleiter des Peter Hammer Verlages, Hermann Schulz, in der Zeitschrift Wespennest zur Situation afrikanischer Literatur in Deutschland.
Natürlich ist die unbestreitbare Ignoranz einer Vielzahl von Verlegern, Buchhändlern und auch Lesern nicht der alleinige Grund dafür, daß 'afrikanische' Bücher kaum Chancen haben. Auch in Afrika selbst finden sich wenige Käufer für einheimische Autoren. Es gibt zu viele Analphabeten, zu wenig Papier, zu viele andere Probleme; Bücher sind fast unbezahlbar teuer und damit absoluter Luxus! Auch die Entwicklungshilfe hat auf kulturellem Gebiet wenig gebracht - nur das liebe Fernsehen ist soweit gefördert worden, daß es sich weitgehend etabliert hat. Das bedeutet, daß westliche Fernsehkultur einem Publikum vermittelt wird, das eigentlich völlig andere Probleme hat als in den zumeist absolut dummen und niveaulosen Filmen und Serien vermittelt wird. So ist z. B. Die Schwarzwaldklinik in afrikanische Länder verkauft worden! Der 1995 von der Militärjunta ermordete nigerianische Schriftsteller Ken Saro-Wiwa wehrte sich erfreulich erfolgreich gegen diese von außen diktierte Kulturpolitik, indem er 1985 die populäre TV-Comedy-Serie 'Basi and Company' ins Leben rief und selber finanzierte. Darin griff er auf humorvolle Weise die Alltagsprobleme seiner Landsleute auf und wandte sich an Menschen, die er mit seinen Büchern niemals hätte erreichen können. Wie so viele Künstler Afrikas geriet er in Konflikt mit den Mächtigen und Herrschenden und mußte sein Engagement schließlich mit dem Leben bezahlen. Sein berühmter, in "rotten english" geschriebener Roman Sozaboy zählt zu den besten Antikriegsbüchern, die ich kenne. Zensur und Verfolgung sind überhaupt ein Hauptproblem vieler Autoren, wie man beispielsweise in den Gefängnistagebüchern Der Mann ist tot von Wole Soyinka und Kaltgestellt von Ngugi wa Thiongïo nachlesen kann.
Neben den erwähnten Faktoren, die das Wirken afrikanischer Schriftsteller so nachhaltig behindern, ist das koloniale Erbe entscheidend: als in den 60ïzigern die europäischen Kolonialherren abzogen, hinterließen sie ausgeplünderte, gedemütigte, willkürlich in künstliche Staatsgebilde gezwungene Völker, denen zum großen Teil Bildung und Kultur vorenthalten worden ist. So glauben schließlich auch heute noch die meisten Europäern, Afrikaner seien ausschließlich zu Tanz, Maskenbildnerei und Musik befähigt, für 'wirkliche' Kultur westlichen Zuschnitts wie etwa Malerei und Literatur jedoch nicht geschaffen. Dadurch gab es nur selten einmal zu Kolonialzeiten Bücher von schwarzafrikanischen Autoren. Ein Roman, der bereits 1926 erschien, war Chaka Zulu des Sotho-Schriftstellers Thomas Mofolo. Hier geht es um das Leben des Zulu - Herrschers Chaka Zulu, der ein riesiges Reich schuf, später aufgrund seiner Grausamkeit und Machtgier aber ermordet wurde. Daß es jedoch schon lange vor der Kolonialzeit bei sämtlichen afrikanischen Völkern eine überaus vielfältige Literatur gab, wird häufig völlig ignoriert. Diese Literatur, welche heutzutage Oratur genannt und allmählich auch von westlichen Literaturwissenschaftlern anerkannt wird, wurde niemals schriftlich fixiert und entsprach daher auch nicht dem Bild der weißen Kolonialherren, die prinzipiell der Auffassung waren, 'Neger' seien von Natur aus kulturlos und minderwertig. Die Funktion der Oratur war jedoch recht vielfältig. Vorgetragen von sogenannten Griots wurden dem Publikum Heldenepen, Legenden, Rätsel, Fabeln, Märchen, aber auch praktische Unterweisungen dargeboten. Oratur ist am ehesten als eine Mischung aus traditioneller mündlicher Überlieferung, Theater und Musikdarbietung zu sehen, wobei diese Definition in vielen Fällen nicht ganz zutrifft, da z. B. die traditionellen Anteile nicht immer gegeben sind. Mit dem Aufkommen der 'Negritudé - Bewegung', die von dem Lyriker und Philosophen Léopold Sédar Senghor, dem späteren Präsidenten Senegals, mitbegründet wurde, begannen Schwarzafrikaner schon vor dem 2. Weltkrieg sich verstärkt mit der eigenen unterdrückten Kultur zu befassen und sich vom europäischen Vorbild zu emanzipieren. Oratur wurde endlich als ernstzunehmende Form von Literatur begriffen (auch wenn natürlich so manch ein weißer Bildungsbürger diese Entwicklung belächelte). Einer der ersten, die sich mit Oratur befaßten, war der Senegalese Birago Diop, dessen Sammlung von Erzählungen des Grioten Amadou Koumba erst kürzlich in einer sehr schönen Komplett - Ausgabe neu aufgelegt wurde.
Doch der berühmteste Erzähler traditioneller afrikanischer Sagen und Märchen ist sicherlich der Nigerianer Amos Tutuola, der mit seinem ersten Buch Der Palmweintrinker, das 1952 bei einem englischen Verlag erstmals erschien, auf Anhieb den Durchbruch schaffte. Dabei wurde Tutuola anfangs von der Kritik eher mißverstanden, die ihn oftmals für einen exotisch - naiven Märchenerzähler hielt; jedoch sind seine phantastischen Geschichten alles andere als harmlose Märchen. Gekonnt vermischte er die Sagenwelt der Yoruba mit der modernen, industrialisierten Welt. Seine Helden sind Reisende zwischen den Welten und auch Amos Tutuola konnte sich nie ganz mit der modernen, technisierten Realität anfreunden, in der er lebte - er bezeichnete sich selbst als "etwas, das die Geister nie ganz herausgaben". Heute besinnen sich mehr und mehr afrikanische Autoren auf ihr Kulturerbe und versuchen dadurch, ihr Publikum zu erreichen. Der Kenianer Ngugi wa Thiong' o schrieb etwa einen aufsehenerregenden Roman mit dem Titel Matigari in einer von oralen Strukturen geprägten Sprache, d. h. er gestaltete das Buch so, daß es auch zum Vorlesen gut geeignet war und daher auch Analphabeten und Menschen, die es sich nicht selbst kaufen konnten, bekannt wurde. Tatsächlich war Matigari in mehrfacher Hinsicht ein voller Erfolg. Erzählt wird darin die Geschichte eines kenianischen Freiheitskämpfers, der nach dem Mau Mau-Krieg aus dem Dschungel zurückkehrt, in dem er sich versteckt gehalten hat, und erkennt, daß die neuen einheimischen Machthaber, welche das Kolonialregime abgelöst haben, genauso bekämpfenswert sind, wie die früheren Gegner. Daß Ngugi wa Thiongïo mit diesem Buch voll ins Schwarze getroffen hatte, sieht man wohl am besten daran, daß die kenianische Regierung einen Haftbefehl gegen den in Wirklichkeit überhaupt nicht existierenden Untergrundkämpfer Matigari erließ...! Ebenfalls politisch brisant sind die Bücher von Chinua Achebe. Achebe wird manchmal als 'Vater der modernen afrikanischen Literatur' bezeichnet, da er in seinem ersten Roman Okonkwo oder das Alte stürzt als einer der ersten nach dem 2. Weltkrieg traditionelle literarische Ausdrucksformen aufgriff und sich von der üblichen europäisch beeinflußten Literatur emanzipierte. Er war Herausgeber der berühmten 'African Writers' - Serie, in der viele Autoren eine erste Chance bekamen. Selbst schrieb er mehrere bedeutende Romane wie etwa Termitenhügel in der Savanne in denen er sich u. a. mit der modernen politischen Wirklichkeit Nigerias auseinandersetzt.
Drei sehr unterschiedliche Autoren des frankophonen Afrika dürfen hier ebenfalls nicht unerwähnt bleiben: Amadou Hampâté Bâ aus Mali machte sich einen Namen, indem der die orale Literatur seiner Heimat sammelte und in 20 Bänden niederschrieb (davon gibt es keine deutsche Übersetzung, wahrscheinlich braucht man das Papier dringend für die 200. Auflage der gesammelten Werke von H. G. Konsalik!). Bei uns wurde Amadou Hampâté Bâ durch seine großangelegten Memoiren bekannt: Jäger des Wortes und Oui, mon Commandant!
Mit der modernen Gesellschaft Senegals und ihren sozialen Mißständen beschäftigen sich die Romane von Ousmane Sembéne, der daneben der vielleicht bedeutendste Filmemacher Afrikas ist. Teilweise sehr ironisch und spöttisch übt er in Werken wie z. B. Xala oder Die Postanweisung beißende Kritik an der korrupten, gierigen Oberschicht seines Landes.
Ebenfalls ein gefürchteter Kritiker ist Francis Bebey aus Kamerun, der sich auch als Musiker einen Namen machte. In zahlreichen Kurzgeschichten, aber auch traditionell gefärbten Märchen und Fabeln machte er sich über Machthunger, Rassismus und Dummheit der Herrschenden (nicht nur in Afrika) lustig.
Neben der Aufarbeitung des Kolonialismus und Neokolonialismus sind aktuelle Probleme der jeweiligen Staaten und Gesellschaften häufige Themen in afrikanischen Büchern. Auch die Frauen- Emanzipation hat ihre Autorinnen gefunden: Buchi Emecheta aus Nigeria, Aminata Sow Fall aus Senegal und Bessie Head, die vor dem rassistischen Regime Südafrikas nach Botswana fliehen mußte, sind nur einige der Schriftstellerinnen, die patriarchalische Strukturen sowohl in Afrika, als auch im Westen aufzeigen und Wege der Überwindung suchen. Dabei wird man gerade letzterer nicht gerecht, wenn man sie ausschließlich als emanzipatorische Autorin begreift - zu groß ist die Themenvielfalt, die sie in ihren Büchern behandelt.
Andere Beispiele dafür, wie aktuelle Themen von modernen afrikanischen Autoren behandelt werden, sind die Werke des Kenianers Meja Mwangi, der zahlreiche spannende, mitunter etwas reißerische Romane schrieb. In Mr. Rivers letztes Solo wird das Problem der Entwicklungshilfe aufgegriffen, die aufgrund der mangelnden Kenntnis der 'Helfer' über die Lebensrealität in den Ländern, denen sie zugute kommen soll, oftmals verpufft oder sogar Schaden anrichtet. Mwangis bekanntester Roman ist Nairobi, River Road, die Geschichte einiger einfacher Leute in Kenias Hauptstadt, die ihren alltäglichen Überlebenskampf bestreiten, ohne die Hoffnung auf ein besseres Dasein zu verlieren. Ein relativ junger Autor ist Chenjerai Hove aus Zimbabwe, dessen Romane Knochen und Schattenlicht aufgrund der poetischen, gleichzeitig experimentellen Sprache in welcher Hove afrikanische Motive mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Problemen verbindet, für Aufsehen sorgten. Gerade Hove hätte es verdient, wesentlich populärer bei uns zu sein, als er es leider ist - in dem Zusammenhang könnte man auch fordern, daß es sicherlich sinnvoll wäre, auch afrikanische Schriftsteller im Schulunterricht zu behandeln! Wie viele Menschen beziehen ihr Halbwissen über den 'schwarzen Kontinent' nicht immer noch aus Verdummungsmedien wie BILD - Zeitung und Privatfernsehen? So profitierte ich persönlich weit mehr von der Lektüre des kurzen Romans Eine Frau ohne Namen der Autorin Yvonne Vera, die darin die Geschichte der jungen Frau Mazvita während des Bürgerkrieges in Zimbabwe beschreibt, als von sämtlicher westlicher Berichterstattung.
Wer allerdings mehr über das vorkoloniale 'ursprüngliche' Afrika erfahren will, sollte den zweiteiligen Roman Die Kinder der Regenmacher von Aniceti Kitereza aus Tanzania lesen. Darin beschreibt er das Leben des Ehepaares Myombekere und Bugonoko und deren Nachfahren. Sehr anschaulich und kurzweilig wird ihr Alltagsleben, sowie Sitten und Gebräuche in Tanzania vor der Missionierung durch die Weißen, geschildert.
Das Leben und die Alltagssorgen der Menschen im heutigen Afrika ist Thema in den beiden hochinteressanten Anthologien Die Mondfrau und Die Sonnenfrau, die beide erst kürzlich erschienen sind und vor allem jungen, unbekannteren Talenten eine Chance geben. Während sich Die Mondfrau mit moderner Literatur aus dem frankophonen Afrika befaßt, versammelt Die Sonnenfrau Texte anglophoner Autorinnen und Autoren.
Literatur aus Afrika kommt also sehr gut ohne billigem Exotismus aus und kann gesellschaftlich und politisch durchaus auch für uns relevant sein. Auffallend ist dabei, daß sich afrikanische Schriftsteller den Erwartungen westlicher Leser oftmals entziehen und damit den einen oder anderen möglicherweise enttäuschen. Doch gerade dadurch wird das oftmals schiefe Afrika - Bild, welches bei uns in vielen Köpfen vorherrscht, korrigiert!
Anschließend noch eine kleine Auflistung der im obigen Artikel vorkommenden Autoren und der angesprochenen Werke; ergänzend werden einige im Text unerwähnt gebliebene Schriftsteller vorgestellt, die nicht fehlen dürfen. Dabei handelt es sich naturgemäß um eine subjektive und mit Sicherheit sehr unvollständige Zusammenstellung.
Nordafrikanische Autoren (Maghreb und Ägypten) werden ausgespart, da sie eher zur arabischen Literatur gehören und hier deshalb weniger von Belang sind (darüber könnte man natürlich streiten!). Bekannte südafrikanische Bestseller-Autoren wie Nadine Gordimer müssen aus Platzgründen ebenfalls unerwähnt bleiben.
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(*1919, Südafrika)
In seinem Roman Xuma beschrieb Abrahams als erster die Herrschaft der Weißen aus der Sicht eines Schwarzen. Seine gegen die Apartheid gerichteten Bücher sind bei uns leider weitgehend unbekannt geblieben, während die Werke vieler weißer Antiapartheids - Schriftsteller regelmäßig in Übersetzungen erschienen und erscheinen!
Originaltitel: Mine Boy
aus dem Englischen von Petra Schreyer
Alexander Verlag, 247 Seiten, ISBN 3-923854-56-0
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Chinua Achebe
(*1930, Nigeria)
Okonkwo oder Das Alte stürzt
Originaltitel: Things fall apart
aus dem Englischen von Dagmar Heusler und Evelin Petzold
Suhrkamp Verlag, 227 Seiten, ISBN 3-518-11138-8
Termitenhügel in der Savanne
aus dem Englischen von Susanne Koehler
Suhrkamp Verlag, 260 Seiten, ISBN 3-518-11581-6
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Amadou Hampâté Bâ
(1900-1991, Mali)
Jäger des Wortes
Originaltitel: Amkoullel, LEnfant Peuhl
aus dem Französischen von Heidrun Hemje-Oltmanns
Peter Hammer Verlag, 463 Seiten, ISBN 3-87294-538-6
Oui, mon Commandant!
Originaltitel: Oui, mon Commandant!
aus dem Französischen von Karin Boden und Monique Lütgens
Peter Hammer Verlag, 455 Seiten, ISBN 3-87294-749-4
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Biyi Bandele-Thomas
(*1967, Nigeria)
Schrieb hochinteressante Romane, von denen Kerosin Mangos ganz besonders empfehlenswert ist. Daneben verfaßte er in jüngster Zeit auch Theaterstücke, die meines Wissens jedoch nie in Deutschland aufgeführt wurden (was nicht weiter verwundern muß - schließlich kann ich mich nicht erinnern, jemals irgendein afrikanisches Theaterstück auf einem Theaterspielplan gesehen zu haben!)
Originaltitel: The sympathetic undertaker and other dreams
aus dem Englischen von Gabriele Cenefels
dipa-Verlag, 190 Seiten, ISBN 3-7638-0193-6
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Francis Bebey
(*1929, Kamerun)
eine Auswahl seiner Stories, Märchen, Fabeln und Gedichte findet sich in:
Alle Menschen sind schwarz
Originaltitel: La lune dans un seau tout rouge
aus dem Französischen von Inge M. Artl
Peter Hammer Verlag, 160 Seiten, ISBN 3-87294-623-4
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Mongo Beti
(*1932, Kamerun)
In seinem Roman Der arme Christ von Bomba setzt sich Beti auf recht ironische Art und Weise mit der christlichen Missionierung Afrikas auseinander. Neben seiner literarischen Tätigkeit machte Mongo Beti als Verfasser kritischer Essays und Herausgeber der Zeitung Peuples Noirs - Peuples Africains von sich reden.
Originaltitel: Le pauvre Christ de Bomba
aus dem Französischen von Herta Meyer und Jochen R. Klicker
Peter Hammer Verlag, 345 Seiten, ISBN 3-87294-709-5
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Syl Cheney-Coker
(*1945, Sierra Leone)
Sein großangelegter magisch-realistischer Roman Der Nubier erzählt die Geschichte Sierra Leones, das von freigelassenen Sklaven gegründet, jedoch schon bald von den Briten vereinnahmt wurde. Der Konflikt zwischen den Afrikanern, die ihre Unabhängigkeit verteidigen, auf der einen sowie der machthungrigen Kolonisatoren und deren einheimischer Helfershelfer auf der anderen Seite ist hervorragend beschrieben!
Originaltitel: The Last Harmattan of Alusine Dunbar
aus dem Englischen von Thomas Brückner
Piper Verlag, 558 Seiten, ISBN 3-492-22641-8
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Birago Diop
(1906-1989, Senegal)
Geistertöchter
Originaltitel: Les Contes dï Amadou Koumba; Les Nouveaux Contes dï Amadou Koumba
aus dem Französischen von Christel Dobenecker, Horst Schulz, Sabine Müller - Nordhoff
Peter Hammer Verlag, 309 Seiten, ISBN 3-87294-782-6
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Buchi Emecheta
(*1944, Nigeria)
Zwanzig Säcke Muschelgeld
Originaltitel: The Joys of Motherhood
aus dem Englischen von Helmi Martini-Honus und Jürgen Mrtini
Unionsverlag, 262 Seiten, ISBN 3-293-20014-1
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Nuruddin Farah
(*1946, Somalia)
Die meisten Leute verbinden Somalia automatisch mit Bürgerkrieg und Hungersnot. Farah schreibt zwar auch über diese Themen, beobachtet in seinen Romanen jedoch gezielt die Lebensumstände und das Verhalten der Menschen seiner Heimat. Dadurch stellt sich häufig eine ganz andere Sichtweise der Dinge dar, als sie unsere Medien, insbesondere TV und Sensations - Presse nur allzu oft bieten. Für viele Literaturkritiker zählt Nuruddin Farah zu den besten lebenden englischsprachigen Autoren.
Originaltitel: A naked Needle
aus dem Englischen von Barbara Hillgen
Lamuv, 334 Seiten, ISBN 3-88977-435-0
Aus einer gekrümmten Rippe
Originaltitel: From a Crooked Rip
aus dem Englischen von Gunter Böhnke
Lamuv, 139 Seiten, ISBN 3-88977-363-X
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Bessie Head
(1937-1986, Südafrika/Botswana)
Die Farbe der Macht
Originaltitel: A Question of Power
aus dem Englischen von Uta Goridis
Fischer Verlag, 256 Seiten, ISBN 3-596-11679-1
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Chenjerai Hove
(*1956, Zimbabwe)
Knochen
Originaltitel: Bones
aus dem Shona - Englischen von Ilija Trojanow
Kyrill & Method Verlag, 122 Seiten, ISBN 3-927527-16-5
Schattenlicht
Originaltitel: Shadows
aus dem Englischen von Thomas Brückner
Marino Verlag, 139 Seiten, ISBN 3-927527-69-6
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Aniceti Kitereza
(1896-1981, Tanzania)
Die Kinder der Regenmacher
Teil 1 Die Ehe & Teil 2 Die Familie
Originaltitel: Bw. Myombekere na. Bi. Bugonoka na Ntulanalwo na Bulihwali, Vol. 1&2
aus dem Suaheli von Wilhelm J. G. Möhlig
Peter Hammer Verlag, zusammen 667 Seiten, ISBN 3-87294-459-2 (Teil 1) und 3-87294-751-6 (Teil 2)
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Thomas Mofolo
(1876-1948, Lesotho /Südafrika)
Chaka Zulu
Originaltitel: Chaka
aus dem Sesotho von Peter Sulzer
Manesse, 375 Seiten, ISBN 3-7175-1748-1
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Meja Mwangi
(*1948, Kenia)
Mr. Rivers letztes Solo
Originaltitel: Weapon of Hunger
aus dem Englischen von Susanne Koehler
Peter Hammer Verlag, 267 Seiten, ISBN 3-87294-640-4
Nairobi, River Road
Originaltitel: Going down River Road
aus dem Englischen von Carola Böhnk
Unionsverlag, 348 Seiten, ISBN 3-293-20093-1
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Ngugi wa Thiong 'o
(*1938, Kenia)
Kaltgestellt
Originaltitel: Detained: A Writer' s Prison Diary
aus dem Englischen von Susanne Koehler
Trickster Verlag, 344 Seiten, ISBN 3-923 804-38-5
Matigari
Originaltitel: Matigari Ma Njiruungi
aus dem Gikuyu von Wangui wa Goro, aus dem Englischen von Susanne Koehler
Peter Hammer Verlag, 206 Seiten, ISBN 3- 87294-449-5
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Ken Saro-Wiwa
(1941-1995, Nigeria)
Sozaboy
Originaltitel: Sozaboy
aus dem Englischen von Gerhard Grotjahn-Pape
dtv, 268 Seiten, ISBN 3-423-12418-0
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Ousmane Sembène
(*1923, Senegal)
Xala
Originaltitel: Xala
aus dem Französischen von Karin Boden und Monique Lütgens
Peter Hammer Verlag, 153 Seiten, ISBN 3-87294-748-6
Die Postanweisung
Originaltitel: Le Mandat
aus dem Französischen von Christiane Kimmler
Oberbaum, 89 Seiten, ISBN 3-926409-11-8
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Lèopold Sdar Senghor
(*1906 Senegal)
Der Dichter und Staatsmann Senghor war einer der maßgeblichen Mitbegründer der Negritudé; seine philosophischen und gesellschaftspolitischen Schriften sind in deutschen Landen leider völlig unbekannt. Immerhin gibt es verschiedene Auswahlbände seiner Lyrik.
Aminata Sow Fall
(*1941 Senegal)
Sozialkritische Autorin, die in besonderem Maße aktuelle Probleme behandelt.
Der Streik der Bettler
Originaltitel: La gréve des Bàttu ou les déchets humains
aus dem Französischem von Caroline Gutberlet
Lamuv, 173 Seiten, ISBN 3-88977-436-9
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Wole Soyinka
(*1934, Nigeria)
Der Mann ist tot
Originaltitel: The Man died
aus dem Englischen von Ulrich Enzensberger und Melanie Walz
Amman Verlag, 402 Seiten, ISBN 3-250-10085-4
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Amos Tutuola
(1922-1997, Nigeria /andere Quellen geben 1920 als Geburtsjahr an)
Der Palmweintrinker
Originaltitel: The Palm-Wine Drinkard
aus dem Englischen von Walter Hilsbecher
Unionsverlag, 124 Seiten, ISBN 3-293-20042-7
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Yvonne Vera
(*1964, Zimbabwe)
Eine Frau ohne Namen
Originaltitel: Without a Name
aus dem Englischen von Hilde Schruff
Marino Verlag, 111 Seiten, ISBN 3-927527-78-5
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Der Autor möchte noch einmal betonen, daß diese kleine Autorenauflistung nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben will, sondern in erster Linie dazu dienen soll, die im Text erwähnten Autoren dem Interessierten besser zugänglich zu machen und Hilfestellung beim eventuellen Bücherkauf zu sein!
Abschließend noch einige Anthologien, die einen guten Einblick in afrikanische Literatur bieten:
Afrikanissimo
Hrsg.: I. Trojanow & P. Ripken, mit Autoreninfos + Fotos, 216 Seiten, Piper Verlag, ISBN 3-492-21654-4
Die Mondfrau
Hrsg: G. Honke, moderne, meist unbekannte AutorInnen aus dem französischsprachigen Afrika, 255 Seiten, Peter Hammer Verlag, ISBN 3-87294-805-9
Die Sonnenfrau
Hrsg.: W. Frommlet, moderne AutorInnen aus dem englischsprachigen Afrika, 333 Seiten, Peter Hammer Verlag, ISBN 3-87294-629-3
Habari Gani Afrika
Hrsg.: G. Honke & T. Brückner, guter erster Einblick in afrikanische Literatur; mit kleinem Autorenlexikon, 220 Seiten, Peter Hammer Verlag, ISBN 3-87294-750-8
Hinter dem Regenbogen
Hrsg.: T. Brückner, B. Scherer, B. Endriss, moderne Texte aus Südafrika, 373 Seiten, Marino Verlag, ISBN 3-927527-73-4
Töchter Afrikas
Hrsg.: K. Kouoh & H. Ehling, Geschichten schwarzer Frauen (nicht nur aus Afrika), 300 Seiten, Piper Verlag, ISBN 3-492-22197-1
Im Herbst soll ein 2. Afrikanissimo-Lesebuch bei Piper unter dem Titel Perlen Afrikas erscheinen!
Diese Lyrik wurde im April 1999 in die Kehrrichtseiten gestellt. Die letzte Überarbeitung erfolgte am 19.April 1999. Das copyright liegt bei der Autorin/dem Autoren. Fragen und Anregungen in Bezug auf Seitengestaltung und Inhalt können sie auch auch den Herausgeber der Seiten üer email oder auf dem normalen Postweg richten: zauberhaft1@gmx.net oder Kehrricht/A.Büngen, Bachstraße 4, 26197 Großenkneten