Kehricht

Gesellschaft und Literatur im Netz

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Sugar Ray

 

Der Aussetzer –

oder wie er in einer Minute alles verlor

 

Man feiert ein Fest

In dieser Kleinstadt, diesem Nest.

Die Musik dröhnt,

Das Mädchen stöhnt,

Und weil sie mich nicht gehen läßt,

Gehör´ ich wiedermal zum letzten Rest.

*****

Stockdunkle Nacht?

Zusammenkunft der Niedertracht.

Er steht nicht mehr vom vielen trinken.

Wie tief werd´ ich heut´ noch sinken?

Ich hör´ wie draußen alles lacht,

Bis es endlich kracht.

*****

Die Tür geht auf, das Licht geht an,

Ich frage mich wann,

Mußte ich nach Hause kommen,

Mich in der Gunst der Eltern sonnen?

Doch Dann!

Nein! Das geht nicht an!

*****

"Raus hier, es ist sieben!"

Ich frage ihn: "Sollen wir uns bekriegen?"

"Und nimm die Schlampe mit!"

Ich sage: "Shit,

Ich will hier eine Nummer schieben.

Ich will mich mit dem Mädchen lieben!"

*****

"Ich soll jetzt nach Hause gehen?

Soll man mich dort etwa so sehen?"

Das Mädchen keucht

Und es ist feucht.

"Kannst Du nicht verstehen?

Wenn ich so Heim komm´ kann ich gehen!"

*****

Ich denke mir: Das ist extrem,

Du wirst schon sehen;

Werfe meine Flasche auf den Boden

Und tret´ dem Typen in die Hoden.

"Ich mach´s mir hier bequem!

Ich werde ganz bestimmt nicht gehen!"

*****

In mir staut sich noch mehr Haß,

Ein bodenloses Faß.

Überrascht schlägt er zurück.

Was für ein Glück,

Nun muß ich mich nicht mehr halten

Lasse sinnlos meine Kräfte walten.

*****

In sein Gesicht drücke ich meiner Zigarette Glut,

Mein Gott, habe ich ne´ Wut!

Viele Freunde starren mich an und ich bin nackt,

Was mich bei der Ehre packt!

Ich trete noch einmal zu. Mit Mut

Und sehe plötzlich Blut.

*****

Jemand ruft: Er stirbt, oh Nein!

Es war schön Dein bester Freund zu sein.

Auch das Mädchen starrt mich an.

Mir ist klar, sie sucht sich einen anderen Mann.

Auf einmal bin ich ganz allein.

Oh Gott! - Nein! - Das kann nicht sein!

*****

Wenn dich alle plötzlich hassen,

Fühlst du dich einsam und verlassen.

Entschuldigung! Ich werde morgen nichts mehr wissen,

Ich möchte euch - meine Freunde - doch nicht missen.

"So packt mich doch ihr Massen!"

Ich glaub´ sie töten mich! Ich seh´ mein Lebenslicht verblassen.

*****

 

 

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Diese Lyrik wurde im April 1999 in die Kehrrichtseiten gestellt. Die letzte Überarbeitung erfolgte am 21.Mai 1999. Das copyright liegt bei der Autorin/dem Autoren. Fragen und Anregungen in Bezug auf Seitengestaltung und Inhalt können sie auch auch den Herausgeber der Seiten üer email oder auf dem normalen Postweg richten: zauberhaft1@gmx.net oder Kehrricht/A.Büngen, Bachstraße 4, 26197 Großenkneten