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Sugar Ray

Zum "Krieg" auf dem Balkan

 

"In der vergangenen Nacht flog die NATO die bisher schwersten Luftangriffe seit Beginn des Krieges auf dem Balkan."

 

Euch mächtige der Welt hat die Mordlust gepackt,

Tagtäglich diese Meldung im Zweistundentakt!

So kann ich nicht leben,

Ich muß mich erheben!

 

Zumindest um die Medien abzuschalten,

Sollen sie ihre manipulierte Meinung doch für sich behalten!

Zumindest um in die Kneipe zu gehen,

Wenigstens dort meinen Mann zu stehen!

 

Ich kann es nicht mehr hören

Und lasse mich verstören.

Ich kann gar nichts tun

Und Meine Gedanken lassen mich nicht ruhen.

 

Der wahre Protest findet nach Außen statt,

Doch ich fühle mich zu matt,

Zu Müde um wahrlich aufzustehen,

Kann mich selber nicht mehr sehen!

 

Tut mir leid, Herr Präsident,

Auch ich bin präsent.

Auch ich bin ein denkendes Wesen,

Ich denke am Tresen.

 

Und was ich so denke, stimmt nicht mit Ihnen überein.

Entschuldigung, Sie sind ein skrupelloses Schwein!

Keiner in diesem Lande wollte einen solchen Krieg,

Doch bei allem Respekt, ich glaube: Ihnen geht es hier um Sieg.

 

Sieg als solchen. - Humanität als Mittel zum Zweck.

Ami mach´ Dich sofort weg!

Rücksichtslos tust Du, wonach es Dich sehnt,

Wie viele Kriege führtest Du alleine im letzten Jahrzehnt?

 

Hoffnungslos verfallen der Geltungssucht,

Schlägst Du wieder einmal zu. - Mit brutalster Wucht!

Keiner kann Dich halten,

Jeder läßt Dich nach Belieben walten!

 

Du weißt, an Gegenwehr

Denkt in Restamerika schon lange niemand mehr!

Doch Du hast Schuld am Niedergang ganzer Kulturen,

Bestimmst die lateinamerikanischen Strukturen.

 

Und den roten stolzen Bären holtest Du vom Thron.

Damals war Frieden, heute ist Krieg - welch Hohn!

Wäre die Mauer noch existent,

Undenkbar, daß heute der Balkan brennt.

 

Es ist wieder Krieg!

Und ich Idiot glaubte schon an den Sieg!

Endlich der erste große Sieg für die Ewigkeit,

Doch der Frieden war nie so weit!

 

Endlich Zivilisation,

Endlich eine Lehre aus 4.500 Jahren Aggression,

Doch Du verdammter Sieger,

Gebärst Dich hier und jetzt erst recht als Krieger!

 

Selbst in Europa würde es heute keiner wagen,

Dir nur einmal die Meinung zu sagen.

Doch ich klage Dich an,

Wegen Genozid, Todesstrafe, Bigotterie und Kuklux-Klan,

 

Aber es wart ja nicht ihr.

Nein, überall heißt es wir,

Wir waren es, das ritterliche Bündnis der NATO.

Doch Du, Du hörst doch kein Veto!

 

Wieviel Elend bringst Du auf diese Welt,

Damit die Maschine läuft wie es Dir gefällt.

Was bist Du doch verlogen!

Du hast die Welt um ihren wohlverdienten Frieden betrogen!

 

Weltpolizist? – Lächerlich! – Imperialist, Weltterrorist!

 

Höre sofort damit auf!

Sonst nimmt das Schicksal einen bösen Lauf!

Ich muß protestieren!

Ich wünschte, Du allein würdest verlieren!

 

Wir werden sehen,

So oder so, es wird geschehen!

So oder so wird es passieren.

In jedem Falle wird die Welt verlieren.

I

rgendwann kommt das Geschichtsbuch zu seinem objektiven Recht

Und es wird geschrieben stehen: Recht hatte Brecht!

Und die Zeit wird es schon mit sich bringen,

Das alte Rom kann Dir ein Liedchen davon singen.

 

 

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Diese Lyrik wurde im April 1999 in die Kehrrichtseiten gestellt. Die letzte Überarbeitung erfolgte am 26.April 1999. Das copyright liegt bei der Autorin/dem Autoren. Fragen und Anregungen in Bezug auf Seitengestaltung und Inhalt können sie auch auch den Herausgeber der Seiten üer email oder auf dem normalen Postweg richten: zauberhaft1@gmx.net oder Kehrricht/A.Büngen, Bachstraße 4, 26197 Großenkneten